Hier erhalten Sie wertvolle Infos und Wissenswertes rund um die Pecon-Akademie und ihre Angebote:

Die Idee der Pecon-Akademie

9. Juli 2019
Jutta Linz

Was haben sich die Gesellschafter der Pecon-Net GmbH dabei gedacht, nach 20 Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Inhouse-Beratungsunternehmen nun noch eine Akademie zu gründen?

Das erfahren Sie in diesem 3-minütigen Video – einem Ausschnitt aus einem Gespräch von Anke Euschen (Geschäftsführerin und Gesellschafterin der Pecon-Net GmbH) und Bernd Hohmann (Gesellschafter) mit Jutta Linz (Angestellte bei der Pecon-Net, Leitung Pecon-Akademie):

Anke Euschen und Bernd Hohmann im Gespräch mit Jutta Linz

Was verstehen wir unter Gesundheit? Annäherungen an eine Arbeitsdefinition für die Pecon-Akademie

9. Juli 2019
Jutta Linz

Dem interdisziplinär arbeitenden Team der Pecon-Akademie entsprechend verfolgen wir ein  ganzheitliches Menschenbild. In unseren Veranstaltungen zum Thema Gesundheit bedenken wir daher auch die spirituelle Dimension des Menschen. Was wir damit genau meinen, erfahren Sie im folgenden Beitrag, in dem wir zunächst – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – kurz auf einige unserer Meinung nach im Bildungskontext relevanten Gesundheitsdefinitionen eingehen und Ihnen dann unser eigenes Gesundheitsverständnis darstellen.   

 

Gesundheit ist schwer zu fassen und zu definieren. Fachleute sind sich inzwischen einig, dass sie weit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit, auch wenn sie uns oft erst über die Erfahrung bzw. Abgrenzung von Krankheit bewusst wird.

Gesundheit wurde vom Zukunftsinstitut als „Megatrend“ definiert – d.h. als eine uns grundlegend und langfristig prägende Entwicklung, die unser gesamtes individuelles Leben und alle Ebenen der Gesellschaft betrifft. (Siehe auch: www.zukunftsinstitut.de).

Gesundheit hat in unserer Gesellschaft einen noch nie dagewesenen hohen Stellenwert erreicht. Sie beschreibt individuelles Wohlbefinden, ein gutes Lebensgefühl und eine hohe Lebensqualität, persönliche Kompetenz und Leistungsfähigkeit, medizinische Befunde, soziales Eingebundensein u.v.m. und steht heute auch für Status.

Da viele Einflussfaktoren auf Gesundheit (z.B. Umwelteinflüsse, Lebensmittel, Arbeitsumfelder, medizinische Versorgung) nicht durch individuelle Gesundheitsfördermaßnahmen abgedeckt werden können, ist das Thema Gesundheit auch strategisches Handlungsfeld für Politik, Wirtschaft und Führung.

Es gibt zahlreiche Definitionen von Gesundheit

Sie heben jeweils unterschiedliche Dimensionen von Gesundheit hervor. Schon in der programmatischen Definition der WHO von 1948 (die Gesundheit als Menschenrecht definiert) wird deutlich, dass Gesundheit neben der körperlichen auch eine geistige und soziale Ebene umfasst: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

Auf das Individuum bezogen kann man vielen Experten zufolge vier Dimensionen von Gesundheit unterscheiden, die sich im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitsbegriffs wechselseitig beeinflussen:

  • die körperliche
  • die psychische
  • die soziale und
  • die spirituelle Dimension (diese schwingt im Begriff „geistig“ der WHO schon mit, gewinnt aber erst nach und nach an Bedeutung. Lothar Seiwert benennt die Spiritualität z.B. als eines von vier „nurturing fields“).

Einig ist man sich, dass Gesundheit kein absoluter Zustand, sondern ein situativ immer wieder neu herzustellendes Gleichgewicht zwischen aktuellen Herausforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten ist und neben medizinischen Befunden auch subjektives Empfinden beschreibt.

Gesundheit kann als „Kontinuum“ verstanden werden

Wir sind nie völlig gesund oder völlig krank, sondern bewegen uns immer irgendwo zwischen diesen beiden Polen.

Je nachdem, wo wir uns selbst ansiedeln, entscheidet sich auch, ob wir uns trotz körperlicher oder seelischer Einschränkungen als leistungs- und arbeitsfähig ansehen und entsprechend verhalten.

Beispiele von Menschen, die über eine hohe Resilienz verfügen und sich trotz großer Einschränkungen und Rückschläge, z.B. nach einem Unfall,  aktiv und gestaltend in die Gesellschaft einbringen, belegen dieses Gesundheitsverständnis. Sie begründen das starke Interesse an Resilienztrainings im Rahmen heutiger Personalentwicklung und Betrieblichen Gesundheitsmanagements. (Siehe auch: Franzkowiak, P., 2018: Gesundheits-Krankheits-Kontinuum.)

Für die Pecon-Akademie definieren wir Gesundheit als situatives Geschehen

Gesundheit setzt sich zusammen aus

  • den jeweiligen Gegebenheiten (genetische Ausstattung, Lebensgeschichte, soziales Umfeld, Wohn- und Arbeitssituation etc.)
  • einem Ereignis (es geschieht etwas mit mir – z.B. es passiert ein Unfall, ich erhalte eine Diagnose, Wunden verheilen, ich werde gesund o.Ä.)
  • einer Handlung (ich verhalte mich aktiv – bewege mich, ernähre mich gesund, sorge für Phasen der Regeneration, entscheide mich für eine bestimmte medizinische Behandlung usw.)

Unser ganzheitliches Gesundheitsverständnis benennt damit explizit eine wichtige Dimension, die in anderen Definitionen nicht oder nicht so zentral vorkommt: Gesundheit umfasst neben allem, was wir selbst an hilfreichem Verhalten und Aktivität dazu beitragen können, auch Dinge und Geschehnisse, die wir nicht selbst beeinflussen können. Sie hängt auch ab von den zahlreichen untereinander vernetzten Gegebenheiten, die wir vorfinden, und von dem, was von Moment zu Moment mit uns passiert und auf uns einwirkt. Das macht deutlich, dass wir beim Nachdenken über Gesundheit auch an die Grenzen von Kontrolle und menschlicher Machbarkeit und damit zur spirituellen Dimension von Gesundheit kommen.

Spirituelle Gesundheit – was ist damit gemeint?

Auch „spirituelle Gesundheit“ ist nicht einfach zu definieren und es gibt zahlreiche Ansätze zur Beschreibung, was damit gemeint ist. Vielen gemeinsam ist, was auch uns wichtig ist: dass sie nicht als an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion gebunden verstanden wird. Eher geht es um ein allgemeines Vertrauen und das Gefühl des Verankertseins in einem größeren Zusammenhang, welches auch zum Erleben von Sinn im eigenen Leben beiträgt.

Dieses Bewusstsein kann eine bedeutende Ressource sein und paradoxerweise auch zu ganz konkreten gesundheitsförderlichen Verhaltensänderungen beitragen, indem es uns das richtige Maß zwischen Aktivität / Bemühung und Los- und Geschehenlassen lehrt.

In Zeiten, in denen Gesundheit Trend ist und jede/r sich verantwortlich für ihre/seine Gesundheit fühlt und (wer es sich leisten kann) zahlreiche Anstrengungen zur eigenen Gesunderhaltung unternimmt, halten wir es für elementar, auch diese Dimension von Gesundheit mit zu bedenken.

Gesundheitsmanagement

Gesundheitsmanagement verstehen wir – inspiriert vom Konzept der Situationsdynamik von Herbert Euschen (www.situationsdynamik.de) – als die Fähigkeit, komplexe Situationen zu managen. Dies gilt in Bezug auf sich selbst oder auch im Kontakt mit anderen Menschen, für deren Gesundheitsförderung wir (z.B. in einer Führungsrolle) verantwortlich sind. Wir können Gesundheit am besten fördern, indem wir im Hier und Jetzt präsent sind und uns je nach Situation immer wieder neu entscheiden, was gerade im Sinne unserer eigenen Gesundheit oder der uns anvertrauten Menschen zu tun oder zu lassen ist.

Neben der Vermittlung von konkret umsetzbarem Wissen und Können ist daher in unseren Angeboten im Gesundheitsbereich die Reflektion der persönlichen aktuellen Situation und Lebensgestaltung immer ein zentraler Bestandteil. Die Entwicklung von Achtsamkeit spielt eine wichtige Rolle, denn diese fördert Haltungen wie Loslassen und Vertrauen und unterstützt bei einer klaren Wahrnehmung dessen, was im jeweiligen Augenblick zu tun oder zu lassen ist

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